Three Beats Law

Quelle: Westfalen-Blatt, Volker Zeiger


Verurteilt zu zehn Monaten Musik – Three Beats Law

Ab sofort startet das Rap-Musikprojekt „Three Beats Law“ in Bielefeld. Jugendlichen aus drei Stadtteilen soll durch das Projekt ein Sprachrohr gegeben werden. Unter dem Motto „Du bist verurteilt zu zehn Monaten Musik!“ lernen insgesamt 30 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren eigene Rap-Songs zu entwickeln und diese später auf der Bühne vor Publikum zu präsentieren. In einem Zeitraum von zehn Monaten schreiben sie nicht nur eigene Songtexte, sondern produzieren ihre Beats auch selbst am Computer. Zu diesem Zweck hat MAGIX das Projekt mit dem Musikbearbeitungsprogramm Music Maker Hip Hop Edition ausgerüstet.

Wie könnt ihr teilnehmen?

Interessenten aus den jeweiligen Stadtteilen können sich in einer der teilnehmenden Jugendeinrichtungen oder per E-Mail an info@jamandgrooveexpress.de anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Standorte:

Projektablauf

Das Projekt besteht aus drei Teilen, die aufeinander aufbauen. Im Zeitraum vom 7. April 2016 bis 27. Januar 2017 werden dazu immer freitagnachmittags Workshops in den drei Einrichtungen stattfinden.





Three Beats Law Flyer


Am Anfang erhalten die Teilnehmer eine elementare Schulung der Rhythmik. Durch Rhythmusübungen, Heraushören von Drum Sounds aus Musikstücken und das Spielen von eigenen Grooves am Elektro-Schlagzeug lernen sie den richtigen Umgang mit Zählzeiten, Taktlängen und Schlagzeugrhythmen. Das individuelle Rhythmusgefühl soll dadurch gefördert und weiterentwickelt werden.

Im zweiten Projektteil widmen sich die Workshops der Gestaltung von Sounds und der Songstruktur von Rock- und Rap-Songs. Mit Hilfe des Music Makers werden eigene Stücke am Notebook erstellt.

Diese bilden die Grundlage für den dritten Projektteil, in dem die Kinder und Jugendlichen eigene Rap-Texte schreiben werden. Hier sollen persönliche Themen aufgegriffen werden, die die Teilnehmer beschäftigen. Aber auch Gefühlsregungen sollen zum Ausdruck kommen, seien es Wut oder Angst, Traurigkeit oder Verliebtheit. Sind die Songtexte fertig einstudiert, werden diese in einem mobilen Tonstudio aufgenommen und mit den selbst komponierten Beats zu einem fertigen Song gemixt.

Das Projekt gipfelt schließlich in Live Performances im Juni und Juli, bei denen die jungen Rap-Künstler ihre Stücke vor Publikum, Freunden und Familie vorführen. Den Rahmen hierfür bilden mehrere Bielefelder Stadtteilfeste. So sind Auftritte auf dem Kinderfest Oberlohmannshof am 4. Juni, auf dem Stadtteilfest „825 Jahre Jöllenbeck“ am 10. Juni sowie auf dem Sommerfest im Stadtteil Bielefeld-Sieker am 3. Juli geplant.

Die Teilnehmer erhalten am Ende nicht nur einen Mitschnitt des Konzerts sowie ihre Aufnahmen auf CD, sondern können sich jeweils auch über eine Vollversion der Music Maker Hip Hop Edition freuen, mit der sie das Erlernte zuhause fortführen können.

Die Idee hinter „Three Beats Law“

„Three Beats Law“ findet in drei Jugendzentren in sogenannten sozialen Brennpunkten in Bielefeld statt, deren junge Besucher meist einen Migrationshintergrund mitbringen oder aus sozial benachteiligten Familien stammen. Das Projektziel ist die soziokulturelle Förderung von allen Kindern und Jugendlichen durch musikpädagogische Schwerpunkte. Durch die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen kulturellen Hintergrund bietet sich die Chance, auf Grundlage gemeinsamer Erfahrungen und Erlebnisse einen respektvollen Umgang miteinander zu entwickeln. Durch das Kennenlernen von Kunst und Kultur soll das Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge und Wertvorstellungen gefördert werden. Vorurteilen, Ängsten und Ausgrenzung soll durch das verbindende Element der Musik entgegen gewirkt werden.

Als Crossoverprojekt werden alle Jugendlichen aus den drei Stadtteilen (mit ihren verschiedenen Religionen und Kulturen) gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Verantwortung übernehmen für sich, den anderen und das Erreichen des gemeinsamen Ziels ist zentrales Thema des Projekts.

Geplant und durchgeführt wird „Three Beats Law“ von drei Dozenten: Daniel Schneider (Leiter der Rap-School NRW, Produzent und Autor), Andreas Schulte (Musikproduzent) und Alexander Karbouj (Diplom-Sozialpädagoge und Inhaber der gemeinnützigen Firma Jam and Groove Express).

Weitere Projektförderer neben MAGIX sind die Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG, die Stadtwerke Bielefeld, die Gemeinschaftsstiftung Baumheide-Heepen sowie das Musikhaus thomann.