Wenn Schüler die Macht übernehmen

Bei über 1.000 Mitschülern kann es schwer sein, auf sich aufmerksam zu machen und aus der Menge hervorzustechen. Den 14-jährigen Max Volz jedoch kennt seit Mai 2013 garantiert jeder der Schüler auf dem Max-Planck-Gymnasium in Nürtingen. Gemeinsam mit anderen Mitschülern und Lehrern, hat er in seiner Freizeit das Projekt „Schule als Staat“ geplant und umgesetzt. Für drei Tage verwandelte sich das Gymnasium in den Staat New Maxiko – mit eigener Währung, König, Regierung, Polizei, Wirtschaftsunternehmen, Presse und vielem mehr. Max hat einen Dokumentarfilm über das Projekt gedreht und diesen auf DVD herausgebracht.

Die Idee hinter „Schule als Staat“

Erstmals durchgeführt wurde das Großprojekt „Schule als Staat“ in den 1990er Jahren in Schleswig-Holstein. Zwischen 2002 und 2007 wurde das Programm durch die Aktion „Demokratie Lernen und Leben“ der Bund-Länder-Kommission bekannter. Schülern soll durch das Projekt auf praktische Weise vermittelt werden, wie ein Staat funktioniert und auf welch komplexe Weise die verschiedenen Institutionen ineinander greifen. Insbesondere ein besseres Verständnis für Demokratie und Wirtschaft steht dabei im Vordergrund. Dafür gibt sich die Schülerschaft eine eigene Staatsform – meist eine Demokratie – und verwandelt die Schule für einige Tage in einen voll funktionstüchtigen Staat.

Der Wunsch zur Umsetzung kam jedoch nicht von Seiten der Lehrerschaft, sondern von den Schülern selbst. Bereits 2008 hatten Schüler des Max-Planck-Gymnasiums dieses komplexe Projekt erstmals durchgeführt. „Die Dauer der Vorbereitung belief sich auf ca. 1,5 Jahre. Die Arbeiten der Schüler lagen überwiegend in deren Freizeit. Erst gegen Ende wurden die Schüler partiell vom Unterricht befreit.“, berichtet Schulleiterin Ulrike Zimmermann. Ihre Motivation für die Umsetzung von „Schule als Staat“ fassen die Schüler auf der begleitenden Projektwebseite zusammen: „Die Schüler bekommen hier die Möglichkeit Politik selbst zu erleben, die Arbeitswelt aktiv mitzugestalten, selbstständig zu arbeiten und ihr Geschäft alleine zu organisieren. In diesen drei Tagen lernen wir also nicht nur für die Schule, sondern auch für das Leben.“

Mit der Kamera immer dabei

Um das Projekt angemessen dokumentieren zu können, entschlossen Max und zwei Freunde sich dazu, einen Film darüber zu drehen. Deshalb empfahl der Neuntklässler seinen Mitschülern das Multimedia-Softwarepaket MAGIX Academic Suite Pro X. „Ich schneide schon seit 2009 mit MAGIX und habe mit Video deluxe 16 angefangen. Ich finde die Entwicklung wirklich enorm, die diese Software macht“, erzählt er in unserem Interview.

Aus 20 Stunden Filmmaterial entstand so in knapp 100 Stunden Arbeit mit dem Videoschnittprogramm Video Pro X eine DVD, die das gesamte Projekt begleitet. Das Layout für Cover und DVD entstand mit Xara Designer Pro. Während des Projektes wurden außerdem täglich Fernsehnachrichten über die Ereignisse in New Maxiko vor einem Greenscreen produziert und im Foyer der Schule per Beamer ausgestrahlt.



Max Volz - Max-Planck-Gymnasium Nürtingen


Als Hobbyfilmer hat Max bereits seit seinem zehnten Lebensjahr Erfahrungen mit der Videoproduktion gesammelt; darunter auch kleinere „Auftragsarbeiten“ für Lehrer, Freunde und Familie. Im Laufe der Zeit kam so eine immer größere Videoausrüstung zusammen. Nach der Schule möchte er eine Ausbildung zum Kameramann oder Editor machen. Später will er dann eine eigene Filmproduktionsfirma oder gleich einen eigenen Sender gründen. Bis dahin plant er jedoch erst einmal, andere an seinem Wissen teilhaben zu lassen. Deshalb will er im kommenden Jahr eine eigene Film/Schnitt-AG ins Leben rufen. Die Academic Suite Pro X sei dafür „ideal geeignet“.

Weiterführende Informationen:

Projektwebseite des Max-Planck-Gymnasiums Nürtingen
YouTube-Kanal mit Videos zum Projekt
Bildstrecke zum Projekt auf der Webseite der Nürtinger Zeitung
Tipps zur Umsetzung von „Schule als Staat“ von Schülern für Schüler